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 Projekt ICELIMIT

Der   ICOM Radio Club (OE1XIC)  versuchte, gemeinsam mit dem Projekt ICELIMIT neue Wege zwischen Amateurfunk und Internet zu gehen.

Mit Unterstützung von  ICOM (Europe)  und der Firma  Point electronics GmbH.  war es möglich, OM Norbert OE1SNW mit dem dafür nötigen Equipment auszurüsten.

QSL Karte

Das Projekt Icelimit und der Amateurfunk
Die Pressemitteilung vom 3. März hatte einen triumphierenden Unterton: "Es ist vollbracht! Heute ist Norbert Sedlacek mit seiner OASE III wieder in Kapstadt eingetroffen ...". OM Norbert, OE1SNW/mm, hat es als erster Österreicher geschafft, den Südpol nonstop und einhand zu umsegeln. Er hat auf eindrucksvollste Weise den Gipfel des Offshore- und Extremsegelns gestürmt.

Als Umsteiger vom Wiener Straßenbahnfahrer zum Weltumsegler, gelang es OM Norbert sich einen Traum zu verwirklichen. Mit den gesammelten Erfahrungen, viel Idealismus und Mut zum Risiko, startete er das Projekt Icelimit. In der Vorbereitungsfase galt es, auch die Funkkommunikation optimal zu planen. Die Möglichkeiten und Kosten einer Verbindung über INMARSAT waren bekannt. Die Grenzen einer Funkverbindung auf den Marine-Bändern ebenso. Doch als Funkamateur wollte OM Norbert auch testen, wo die Grenzen des Amateurfunks sind. Die Hardware war gemeinsam mit ICOM (Europe) schnell gefunden. Es wurde die Marine-Funkanlage ICOM IC-M710. Sie ist ein robuster Marine-Transceiver, mit GMDSS für den Notfall und erweiterbar für den Amateurfunk. Um auch für die optimale Montage zu sorgen, flog das Point electronics-Team nach Frankreich in die Werft, um den Einbau selbst durchzuführen. Danach wurden noch einige Internet-Seiten gestaltet, um über dieses neue Medium über den Verlauf des Projekts Icelimit informieren zu können.

Mit dem Auslaufen der OASE III war OM Alfred, OE1AKB, an seiner Station am Stadtrand von Wien QRV. Festentschlossen, täglich mit Norbert ein QSO zu führen. Er organisierte, wenn eine direkte Funkverbindung mit dem Schiff auf Grund der Ausbreitungsbedingungen nicht möglich sein sollte, eine Reihe von "Relais-Stationen", mit deren Hilfe die Gespräche hin und her "QSPauliert" wurden. Dieser Netz reichte von Australien, über Nigeria bis zu einem Frachter auf hoher See. Als optimale QRG bot sich die, weltweit vom MM-Stationen verwendete Frequenz 14.313 kHz an. So konnten OM Norbert nicht nur medizinische Ratschläge, als er durch Kälte und Salzwasser aufgesprungene Hände hatte, gegeben werden, sondern auch technische Hilfestellung, als sein Dieselmotor Wasser "zog".

So war es möglich, mit Hilfe des Amateurfunks, auf der Internet-Seite des Projekts Icelimit, täglich Positionsmeldungen und auch einige Fotos, die mittels SSTV nach Wien übertragen wurden, eingestellt werden. Leider konnten die SSTV- Unternehmungen nicht im geplanten Umfang vonstatten gehen, da die Ausbreitungsbedingungen nicht mitspielten. Norberts Antenne am Schiff war eines der beiden "Achter-Stag" getunt über einen Automatik-Tuner. In Wien arbeitete OM Alfred mit einer 20-Meter-Yagi Antenne. Dabei zeigte sich, daß andere Antennen, wie Langdraht- oder Vertikal- Antennen der Yagi klar unterlegen waren. Antennen-Test in der Praxis, könnte man sagen. Norbert arbeitete mit 150 Watt und Alfred ging mit 450 Watt "on Air". Um die beste Zeit für die Verbindung OASE III - Wien zu finden, monitorisierte man das Baken-Netz: War die Bake aus Neuseeland oder Feuerland zu hören, so wußte man, daß Band ist "offen". Zudem war unser "Funkwetter-Frosch" OM Helmut, OE1GH immer zur Stelle.

Die Auswertung der täglichen Positionsmeldungen sowie der persönlichen Infos übernahm OM Franz, OE1AOA (Icom Radio Club, OE1XIC). Sollte sich Norbert einmal nicht zum vereinbarten Zeitpunkt melden, so konnte der letzte QSO-Partner eruiert werden, um mit dessen Hilfe näheres in Erfahrung zu bringen.

Ständiger Gast an der Club-Station war - ohne allerdings selbst zum Mikrofon greifen zu dürfen, da noch nicht lizensiert - Norberts Frau Anita. Für Sie bot der Amateurfunk - zuhörender Weise - die Möglichkeit live etwas über ihren Mann zu erfahren und z.B. gleich per Telefon mit dem Arzt zu sprechen, dessen Ratschläge wir noch im selben QSO weitergeben konnten.

Norberts Turn begann am 30. November 2000 in Kapstadt. Schon bald nach dem Auslaufen hatte er Schwierigkeiten: ein Zahn brach aus, ein Schekel riß, der Dieselmotor zog Wasser über den Auspuff und zuletzt brach die Halterung für den Autopiloten und er mußte mit einem Ersatzgerät weitersegeln. Als seine Hände aufbrachen, dauerte es zwei Wochen bis die Wunden halbwegs heilten. Auch in dieser Zeit mußte die Bord-Routine weitergehen. Schonung war nicht möglich. Da das Wetter häufig zwischen Sturm und Flaute wechselte, war Segelsetzen oder Reffen ständig notwendig. Obwohl die Route relativ weit nördlich gewählt war, so lief ständig das Radar mit, um rechtzeitig vor Eisbergen gewarnt zu werden. Gefährlicher als Eisberge waren - laut Norbert - die Eisfelder und "Growler", da die vom Radar nicht erfaßt werden. Wale - Norbert nennt sie die "heimlichen Killer der Yachten" - wurden nur aus der Ferne gesichtet.

Weihnachten und Neujahr verbrachte Norbert auf hoher See. Allerdings sei die Einsamkeit, die viele Menschen gerade zu dieser Zeit besonders spüren, für ihn kein Problem gewesen. Er hätte sie nicht gespürt, weil er ständig an Bord etwas zu tun gehabt hätte - erzählte er im Wien-Rundspruch-Interview. Überhaupt sei für einen Fahrtensegler nicht die Einsamkeit, sondern die Isolation das Thema. Gerade das Gefühl der Isolation habe der Amateurfunk mit seiner täglichen Plauderstunde nicht aufkommen lassen. Leider sei sein Geburtstagswunsch, den Norbert Ende Jänner auf See feierte, nicht in Erfüllung gegangen: an diesem Tag wollte er Kap Horn passieren. Schuld daran war eine Flaute.

Ein großes Ereignis war schließlich das Einlaufen der OASE III nach der geglückten Südpol-Umrundung in Kapstadt. Er hatte den Turn in 93 Tagen geschafft und war nun etwas "zu früh" am Ziel seiner Reise. Da das Einlaufen in der Nacht in den Hafen wegen der davor liegenden Klippen gefährlich ist, "bummelte" er die letzten Seemeilen und wurde in der Früh von Dutzenden geschmückten Schiffen in den Yacht-Hafen geleitet.

Ein großes Abenteuer war gut zu Ende gegangen.

Zum Abschluß noch ein herzliches DANKE an die große "Familie" der Funkamateure in Ihrer Welt OHNE Grenzen.

Peter,  OE1PHW   &   Franz,  OE1AOA

Weitere Infos unter:    www.point.at      www.norbertsedlacek.com      www.oe1.oevsv.at


Das Buch zur Reise:

     Projekt ICELIMIT      Bestellen unter:    www.norbertsedlacek.com

Einige Textpassagen zum Thema Amateurfunk:
Nach einigen Anfangsschwierigkeiten ... habe ich heute fast den Eindruck, meine Gesprächspartner würden sich nicht in Wien, sondern hinter der nächsten Welle befinden.

Kaum habe ich eingeschaltet, höre ich vertraute Stimmen aus der Heimat. Wir haben erstklassiges Funkwetter und damit erhalte ich mein zweites Weihnachtsgeschenk. Mehrere Stationen rufen, wünschen mir frohe Festtage und erkundigen sich nach den aktuellen Wetterverhältnissen.

Meine tägliche Kurzwellenrunde bringt mir die Erleuchtung. Als ich mir den Kummer von der Seele rede, meldet sich Toni auf der Frequenz, gibt mit unzähliche Tipps und Informationen aus seiner langjährigen Erfahrung im Umgang mit Schiffsmotoren und spricht - warum bin ich darauf nicht schon längst gekommen? - unter anderem von einem Fehler im Vakuumventil.

Mit dieser Anlage (ICOM IC-M710 Seefunkanlage mit GMDSS) hatte ich praktisch während des gesamten Törns zumindest brauchbare, zumeist jedoch ausgezeichnete Funkverbindungen mit der Heimat.

Bilder die  via SSTV  versendet wurden

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