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5 A 2 8 - Austrian DXpedition von 31. 8. - 7. 9. 1997 nach Libya
Vorwort:
Wenn sich Funkamateure in Sachen DX etwas in den Kopf setzen, dann wird so lange daran gearbeitet, bis es was wird. Zuletzt geschehen bei 5A28, einer Funkreise der etwas anderen Art, die den Teilnehmern jede Menge Spaß und Erfahrung gebracht hat.
Wie alles begann:
5A28 war, wenn man so will, das Produkt einiger glücklicher Zufälle. Die Teilnehmer der Funkreise kannten sich zwar bis wenige Monate vor der Abreise nicht, was sich aber als kein Hindernis herausstellte. In Libyen wurden wir alle dicke Freunde und vielleicht wird das ganze ja, wenn auch an einem anderen Ort, wiederholt.
Es war irgendwann im Frühjahr 1997, als ich von OM Recep, OE2GRP einen Anruf bekam. Er fragte mich nur, was denn der Antennentuner kosten sollte, den ich in der QSP, der Vereinszeitung des ÖVSV, inseriert hatte. Ich kannte Recep nur von seiner Aktivität als 5A1A/OE2GRP im Jänner 1997 und natürlich unterhielten wir uns eine Weile über Libyen. Daß dieses Telefonat meinen diesjährigen Sommerurlaub beeinflussen sollte, hätte ich nicht geglaubt. Als er mir später mitteilte, daß er im August oder September wieder etwas vorhat und noch OP´s mit CW und RTTY Erfahrung suchte, habe ich mich sofort auf den Weg gemacht um ihn zu besuchen und näheres zu besprechen. Der Mensch war mir aufgrund seiner humorvollen Art sofort sympathisch und so faßte ich nach einer Weile den Entschluß, an der Expedition als RTTY und CW OP teilzunehmen. Speziell RTTY schien mir für die DX-Gemeinde besonders interessant, da die letzte diesbezügliche Aktivität aus 5A irgendwann vor 30 Jahren war. Soweit so gut, nur kostet das ganze einen Haufen Geld, es muß organisiert werden, etc. Die Organisation wurde in zwei Bereiche geteilt, wobei Recep, OE2GRP sich um den Transport der Geräte, die Lizenz sowie die Unterkunft und alles sonstige kümmerte, was uns erst einmal nach 5A (und wieder zurück) bringen sollte. Aufgrund seiner Aktivität im Jänner hat er ein sehr freundschaftliches und herzliches Verhältnis zu den OP´s von 5A1A, Ali und Abu-Baker aufgebaut und er war der einzige der Gruppe, der das Land und seine Leute bereits kannte, was natürlich sehr von Nutzen war.
Den zweiten Teil der Organisation übernahm OM Franz, OE1AOA, Inhaber der Firma "Point electronics" in Wien. Alles, was mit der Beschaffung von Geräten, Antennen, etc. zusammenhing, hat er organisiert. Da er die Generalvertretung für ICOM in OE innehat, wurden dann auch von ICOM (Europe) die Transceiver und von diversen anderen Firmen Antennen und Zubehör bereitgestellt. Schwierig war nur die Tatsache, daß sämtliche Geräte in 5A bleiben mußten, da eine Ausfuhr nicht erlaubt war. Diese Tatsache erschwerte natürlich das ganze erheblich.
Ohne das Engagement von Recep und Franz wäre 5A28 nicht zustande gekommen.
Irgendwann im Juli stand dann, nach etlichen Anrufen und Fax mit Libyen der genaue Zeit- und Reiseplan sowie die Zusammensetzung des Teams fest, und wir warteten nur mehr auf unsere Visa, die vom Libyschen Volksbüro in Wien problemlos und sehr rasch erteilt wurden.

Die Gruppe:
Unser Team bestand aus insgesamt 7 OM`s, wovon 3 dem ICOM Radio Club, OE1XIC angehören. Die Lizenz von 5A28 wurde somit auch für OE1XIC ausgestellt. Die 3 OP´s von OE1XIC, OE1AOA, Franz (SSB), OE3ICS, Igor (CW) und OE6DGG, Günter (6m, 2m) sind Angestellte der erwähnten Firma. Recep, OE2GRP und Alfger, OE2KTO machten Betrieb in SSB. Ich arbeitete alle Betriebsarten auf Kurzwelle, wobei der Schwerpunkt in RTTY und CW auf den unteren Bändern lag. Mit dabei von der Partie war noch SWL Gerald (Gerry), der gerade dabei ist, seine Amateurfunkprüfung abzulegen. Er machte zwar keinen Funkbetrieb, war aber vor Ort aufgrund seiner umfassenden technischen Kenntnisse eine sehr große Hilfe und einfach unverzichtbar. So kümmerte er sich um die Sachen, die viel Zeit in Anspruch nahmen, wie Antenneninstallation, Verlegung der Kabel usw. Gerry ist ein Meister der Improvisation, dem immer irgendeine brauchbare Lösung einfällt. Der SSB-Betrieb wurde öfters von den 5A1A-OP´s Ali und Abu-Baker übernommen, speziell dann, wenn unsere Gruppe einmal nicht anwesend war (was ohnehin sehr selten vorkam) oder einer der beiden einfach einmal wieder selbst funken wollte, hi.
Die Anreise, das RIG und die ersten (RTTY) QSO´s:
Die Anreise der ersten Gruppe mit OE2GRP, OE2KTO und OE6DGG erfolgte am 27.8. Es ging vorerst mit über 200 kg an Übergepäck nach Malta, wo die Maschine um 17 Uhr landete. In Malta wurde die Gruppe von einem Vertreter der libyschen Botschaft empfangen, der es irgendwie schaffte, das Gepäck unkontrolliert durch den Zoll zu bringen. Dann ging es weiter zur Fähre, die bereits eine Stunde auf die Gruppe wartete. Die libysche Fähre mit dem Namen "GRANATA TRIPOLIS" trug ihren Namen zurecht. Was nun folgte, war keine Erholung: 13 Stunden Nachtfahrt auf der Fähre, nur arabischsprechendes Personal, zudem noch jede Menge Formulare in arabischer Sprache auszufüllen. Von Luxus konnte man nur träumen. Am 28.8. um 9 Uhr kam dann die Gruppe in Tripolis an und wurde von Ali und Abu-Baker sowie Houssen vom Reisebüro abgeholt. Mit einem Panzerfahrzeug (!) ging es sofort ab ins Hotel. Die Sicherheitsvorkehrungen in Tripolis waren sehr groß, was vermutlich mit den gerade stattfindenden Revoultionsfeiern zusammenhing. So erfolgte jedesmal beim Betreten des Hotels eine genaue Gepäckkontrolle und ein Sicherheitscheck mittels Röntgen. Zudem wurde das Gebäude noch rund um die Uhr von etlichen Polizisten bewacht und die Zufahrt zum Hotel war mittels Schranken abgeriegelt.
Für OE1AOA, OE3ICS, OM Gerry und OE3SGU erfolgte die Anreise nach Libyen am 30.8. Wir flogen von Wien nach Monastir (3V), wo wir um Mitternacht ankamen. Wir wurden von Houssen und seinem Bruder Hassan, die ein Reisebüro in Sabrata (5A) besitzen und unsere Betreuer vor Ort waren, am Flughafen abgeholt. In Monastir wartete auch Jorge Peralta, PR-Manager von ICOM (Europe), auf uns. Er verbrachte insgesamt 3 Tage mit uns in Tripolis und war sozusagen "guest-OP". Bei der Paßkontrolle am Flughafen haben Gerry und ich das erste Mal gezittert, als der Beamte unsere Pässe aufschlug, das libysche Visum sah und uns daraufhin ziemlich genau musterte. Scheinbar liebt man es in 3V nicht gerade, wenn man das Land nur zur Durchreise benutzt. Ein beklemmendes Gefühl, wenn eine Flugzeugladung von Touristen hinter einem wartet. Aber schlußendlich kamen wir ohne weitere Kontrollen davon. Von Monastir ging es dann mit dem Auto nach Tripolis. Die Strecke beträgt ca. 600 km, 600 km die sehr eindrucksvoll waren und die in uns sehr viele verschiedene Gefühle zum Vorschein brachten. Gegen Vormittag erreichten wir die Grenze - ein für den Europäer ungewohntes Bild.
Der Reisepaß wurde an den diversen Kontrollstellen insgesamt ca. 20 mal verlangt, arabische Formulare mußten ausgefüllt werden und das Gepäck wurde genauestens durchsucht. Kein Problem bei der Einreise bereiteten die Notebooks und das sonstige Zubehör wie Modems, Keyer, SWR-Meter, Werkzeuge, etc. Nach der Grenzprozedur ging es dann weiter nach Tripolis, wo wir gegen Mittag zwar erschöpft, aber erleichtert ankamen. Wir wurden gleich zum Clubhaus von 5A1A gebracht, das in einem besseren Stadtteil von Tripolis liegt und sich derzeit im Umbau befindet, ein schöner Bau, der seinen Zweck bestens erfüllt. Im Clubhaus wurden wir von dessen Leiter, Dr. Abdel Kadir, den OP´s von 5A1A, Ali und Abu-Baker sowie einigen anderen Personen (?) mit einer Rede begrüßt. Alles was wir zu diesem Zeitpunkt wollten, war eigentlich eine Dusche und dann ab ins Bett, doch Recep hat uns diesen Wunsch leider nicht erfüllt (hi...). Wir bezogen kurz unsere Zimmer im Hotel, das einen Vergleich mit westlichen Spitzenhotels nicht zu scheuen braucht, und dann ging es ab aufs Flachdach zur Arbeit. Die A3S mußte noch aufgebaut werden, die Standorte der vorhandenen Antennen wurden noch einmal durchdacht und die Antennen teilweise umgebaut, eine FD4 wurde zusätzlich montiert, die R7, ein Überbleibsel der ukrainischen Expedition von 1995, die sich knapp am Umfallen befand, wurde wieder aufgerichtet und abgeglichen.
Die Antennenfarm für Kurzwelle bestand aus den bereits erwähnten A3S, FD4 und R7 sowie einer GAP Voyager für 160-20 m, einem Dipol für 40/80 m, einer Fritzel GP für die WARC-Bänder und einem Delta-Loop für 20 m. Als Transceiver wurden die mitgebrachten IC-706MKII (2x) sowie IC-756 verwendet. Der an der Station vorhandene TS-690S wurde vor allem in RTTY eingesetzt. Alle Kontakte wurden mangels Endstufe mit 100 Watt gemacht. Für RTTY fand ein simples Modem mit Hamcomm-Software Verwendung. Den eigenen TNC habe ich sicherheitshalber zu Hause gelassen, da die Ausfuhr von Geräten aus Libyen problematisch ist, und ich das Ding nicht unbedingt verschenken wollte. Neben den Antennen und Transceivern wurde auch sämtliches andere mitgebrachte Zubehör wie SWR-Meter, Antennentuner, Modems etc. an der Clubstation zurückgelassen.
Es wurde Abend, wir hatten Durst, Hunger und waren müde. Aber all das war egal, jeder von uns brannte darauf, endlich loszulegen. Ich wollte das erste RTTY-QSO am Abend fahren und den Zeitplan konnte ich schließlich auch einhalten.
Um 1910 UTC war es dann soweit: 5A28 war in RTTY qrv. Als erste Station kam Uli, DK3CU ins Log, gefolgt von Thomas, DF2KU und Bernd, DF3CB. Das pile-up, das sich entwickelte, war enorm. Innerhalb von 10 kHz Splitbereich war es sehr schwierig, irgend etwas zu lesen. Es schien, als ob alle Stationen die gleiche Feldstärke hätten. Aber die "big-guns" unter den RTTY-DXern hatten keine Mühe, schon in den ersten Stunden ins Log zu kommen. Bis zum Ende der Expedition kam es dann sehr oft vor, daß sich erst nach etlichen CQ-Rufen ein kleines pile-up entwickelte, teilweise konnte ich auf Split-Betrieb zur Gänze verzichten. Ein gutes Zeichen, der Großteil der europäischen RTTY-DXer dürfte 5A28 gearbeitet haben.
Etwa zur gleichen Zeit waren auch die anderen Betriebsarten simultan aktiv. Wir hatten es geschafft, ein Traum wurde wahr! 5A28 was on the air! Das ließ all den Streß und die Müdigkeit für einen Moment vergessen. Gegen Mitternacht hat unsere Gruppe dann den Betrieb eingestellt, nach 45 Stunden ohne Schlaf und den Strapazen von der Fahrt war keiner mehr zu irgendeiner Leistung fähig, obwohl wir gerne weitergemacht hätten. Für uns ging es erstmals ab ins Hotel, während die zweite Gruppe unter Recep eine Nachtschicht einlegte und in SSB den Betrieb fortsetzte.

Land und Leute:
Wer, so wie wir, zum ersten Mal in 5A ist, ist schlichtweg überrascht. Libyen ist ein Land, das sehr viel zu bieten hat und wo der Individualtourist voll auf seine Rechnung kommt. Abgesehen von der (noch) langwierigen Einreise, die durch das UNO-Embargo zudem erschwert wird, indem es keine Direktflüge gibt und daher nur eine Landeinreise über 3V, SU oder mittels Fähre von 9H möglich ist, wird man für die sich selbst auferlegten Strapazen im Land dafür voll entschädigt. Die Leute waren uns bei Fragen oder Problemen stets behilflich, es wurden neue, herzliche Freundschaften geknüpft. Die Organisation durch das "Zahrat El Remal Travel and Tourism" Reisebüro unter der Leitung von Houssen Suof war sehr gut. Wir haben in 5A die besten Pfeffersteaks gegessen, exzellenten Fisch konsumiert, westliche Zigaretten geraucht und - natürlich - alkoholfreies Bier getrunken.
Am Lebensmittelsektor gibt es außer Schweinefleisch und Alkohol alles zu kaufen, die Hotels entsprechen westlichem Standard, das Straßennetz ist in sehr gutem Zustand. So richtig schockierend empfanden wir eigentlich nur den Schmutz, der sich neben den Straßen befindet. Tonnenweise Autoreifen und -wracks, rechts und links der Straße, irgendwo in der Botanik. Wer die Wüste pur will, muß an der Grenze rechts abbiegen, hi.
Libyen ist ein Land, das sich erst langsam für den Touristen öffnet, und das ist auch gut so. In diesem Land findet man noch das Ursprüngliche eines Volkes vor, das eine sehr lange und interessante Geschichte durchlebt hat und - Allah sei Dank - noch nicht dem Massentourismus verfallen ist. Da gibt es keinen Ort, wo auf Hausmeisterstränden halb Europa nebeneinander gepfercht am Strand liegt. Natürlich ist daher einiges für den Normaltouristen ungewohnter und vielleicht auch schwieriger. Aber als wir bei der Heimreise am 9.9. abends nach Djerba (3V) kamen und am nächsten Morgen den "Markt" besuchten, habe ich all diejenigen Urlauber bedauert, die da in Hotelburgen wohnen und sich irgendwelchen Hong-Kong Kitsch verkaufen lassen, Made in Tunisia, versteht sich. Gerne wäre ich an diesem Tag wieder in Libyen gewesen, wo einem diesbezüglich nichts vorgespielt wird und man das Ursprüngliche eines Landes hautnah spürt und (noch) nicht Kommerz und Touristenfängerei das Leben eines Volkes bestimmen.

Der Betrieb - und Murphy:
Das Clubhaus von 5A1A befindet sich ca. 10 Autominuten von unserem Hotel weg. Wir hatten einen Transfer, der auf Anfrage mehr oder weniger pünktlich durchgeführt wurde. Während der Nacht war kein Taxitransfer möglich - wer Nachtschicht machte, mußte bis 8 oder 9 Uhr morgens warten.
Natürlich ist 5A ein orientalisches Land, in dem die Leute mehr Zeit haben als im gestreßten Europa, was ja durchaus auch positiv ist. Problematisch wird es für den Expeditionär nur dann, wenn er z.B. darum bittet, um 7 Uhr vom Hotel abgeholt zu werden und er wird um 11 Uhr geholt, genau dann, wenn die longpath-Öffnungen nach Ozeanien bereits vorbei sind. Oder wenn man am Abend ins Clubhaus kommt um eine Nachtschicht auf den Low-Bands einzulegen, und es befindet sich nichts Trinkbares im ganzen Haus, von Essen ganz zu schweigen. Eine Schlafgelegenheit im Clubhaus gibt es nicht, es ist nur eine alte Matratze vorhanden, die man sich teilen kann, wobei ich den Boden vorgezogen habe. Oder man macht es so wie unser CW-OP Igor, OE3ICS. Der hat in aufrechter, direkt ehrfurchtseinflößender Haltung im Sessel geschlafen - das nenne ich den Stil eines Funkamateur, für den nur CW als Betriebsart in Frage kommt. Von Wasser auf den Toiletten konnten wir selbstverständlich auch nur träumen, genauso wie von einer Waschgelegenheit im Inneren des Hauses.
Wir haben immer in zwei Schichten gearbeitet, sofern dies organisatorisch möglich war. SSB war aufgrund der zahlreichen OP´s kein Problem, während ich in RTTY als einziger (und gelegentlicher CW-OP) sowie Igor, OE3ICS als CW-OP ziemlich viel zu tun hatten. Aktiviert wurden alle Bänder von 160-2m, wobei auf VHF/UHF leider aufgrund der schlechten Ausbreitungsbedingungen und des doch bescheidenen Equipments nur mäßige Erfolge zu verzeichnen waren.
Nach 2 Tagen Betrieb kam dann Murphy, und zwar gewaltig. Wir hatten einen Wetterumschwung, der mit Sandstürmen begann und in heftigen Gewittern und Regenfällen endete. Während dieses Sauwetters sind wir einmal durch Tripolis gefahren, auf der Straße war ein Wasserpegel von bis zu 50 cm. Auf den Bändern wirkten sich die chaotischen Wetterzustände durch kräftiges QRN und statische Aufladungen aus, die den Betrieb speziell auf den unteren Bändern und in RTTY sehr erschwerten. Jedes Rufzeichen mußte mühsam hinterfragt werden um die Station doch noch ins Log zu bekommen. Zweimal sind Igor und ich während der Nacht im Shack geblieben, ohne daß auf den Low-Bands Betrieb möglich war, die Gewitter waren zu stark.
Die Stürme brachten es mit sich, daß die GAP-Vertikal für 160-20 m beschädigt wurde und wir diese Antenne dann abbauen mußten. Somit konnte 160 m nur mehr mit der FD4 oder mit dem 80 m Dipol durchgeführt werden, aber immerhin kamen doch noch einige Europäer und W4ZV (als einziger aus den Staaten) zum Zug. Die Traps vom A3S Beam sind abgesoffen, also mußten wir mit den vorhanden Drahtantennen und der R7 auskommen. Der Delta-Loop, der von der ukrainischen Expedition aus 1995 noch vorhanden war, erwies sich als eine sehr wirkungsvolle und brauchbare Antenne. Für fast alle RTTY QSO´s, die in den letzten Tagen von 5A28 gemacht wurden, wurde diese Antenne verwendet.
So wurde dann versucht, die Zeit optimal nach den gegebenen Ausbreitungsbedingungen und vorhandenen Mitteln zu nützen. In RTTY habe ich täglich zumindest auf 20 Meter für etliche Stunden Betrieb gemacht, da ich möglichst vielen verschiedenen Stationen und auch den "little pistols" eine faire Chance geben wollte, ein neues Land zu arbeiten.
Während der Aktivität, insbesondere dann, wenn Murphy wieder einmal zuschlug, kamen in jedem von uns Zweifel auf, ob 5A28 ein Erfolg wird. Die QSO-Rate, speziell auf den unteren und höheren Bändern schien zu niedrig, auch mit RTTY klappte es nicht so ganz, speziell die Westküste der USA und Ozeanien waren schwierig zu arbeiten. Aber Libyen ist eben kein Funkreiseziel wie irgendeine Insel in der Karibik, wo man in einem Bungalow wohnt und nach Lust und Laune zur Station gehen kann und sich den Rest der Zeit am Strand erholt. Man ist auf den Transfer zwischen dem Club und dem Hotel angewiesen, es gibt mehr oder wenige fixe Zeiten, in denen man - oft für Stunden - ins Restaurant zum Essen geführt wird oder man sitzt stundenlang unnötig im Hotel herum - weil kein Taxi kommt....
Neben dem Funkbetrieb hatten wir einige offizielle Programme, zu denen wir geladen wurden. So gab man uns zu Ehren zweimal ein großes Dinner in den feinsten Restaurants mit durchwegs westlichem Publikum; ein Krankenhaus für behinderte Kinder hatte anläßlich der Jahresfeier der Revolution einen Folkloreabend, der sehr interessant war, und zu dem wir auch eingeladen wurden.
Insgesamt gelangen uns dennoch 11404 QSO´s, davon 4131 in CW und 1239 in RTTY. Wer 5A noch auf dem einen oder anderen Band oder in den diversen Betriebsarten braucht, der kann auf zukünftige Expeditionen vertrauen. In Libyen besteht nun eine sehr leistungsstarke Clubstation mit herrlicher Antennenanlage, nur eine Linear und einen Computer gibt es (noch) nicht. Da nun auch RTTY freigegeben ist, dürfte eine Aktivität in dieser Betriebsart kein Problem mehr darstellen. 5A28 hat den Anfang gemacht - let´s continue!
Während unseres Aufenthaltes kam öfters Franc, S52FD in die Clubstation um uns zu besuchen. Franc hat fünf Jahre in Libyen gearbeitet und ist derzeit für ein Jahr auf Urlaub. Funkamateure sind halt überall in dieser Welt zu Hause.
Am letzten Tag der Aktivität gab es als Besonderheit für Stationen aus Österreich unsere Live-Teilnahme am "Österreich-Rundspruch". Nach dem Ende des Rundspruchs wurden dann mehr als 100 OE-Stationen abgefertigt. Ein schönes Gefühl, wenn der eine oder andere OM aus der Heimatstadt sich meldet.
5A28 war ein Sonderrufzeichen anläßlich der Revolutionsfeiern in Libyen, die jährlich am 1.9. stattfinden und mit diversen Paraden und Umzügen begangen werden, ein Nationalfeiertag, der für die libysche Bevölkerung von allerhöchster Bedeutung ist. Die Bedeutung dieses Rufzeichens wurde uns vor Ort deutlich klargemacht, ebenso daß dies für unser Team als österreichische Delegation eine besondere Ehre darstellt. Mit 5A28 sollte Libyen in der Welt auf spezielle Weise vertreten werden. Wir sind uns dieser Ehre bewußt und stolz darauf, daß uns die Gelegenheit dazu gegeben wurde.

5A28 auf Achse:
Neben dem Funkbetrieb blieb uns nicht viel Zeit, um sich das schöne, sehr moderne Tripolis oder gar mehr von 5A aus der Sicht des Touristen anzuschauen. Lediglich am letzten Tag sind wir durch die Innenstadt gewandert, haben uns den sehr interessanten und wie aus tausend und einer Nacht wirkenden Markt angesehen und in einem libyschen "Pub" zu einem starken Kaffee die Wasserpfeife genossen. Wer in Tripolis ist, muß unbedingt das Nationalmuseum besuchen, in dem die Geschichte von 5A von der Steinzeit bis zur Ära Muammar Al Qadaffis auf sehr interessante und aufwendige Weise dargestellt wird. Leider, wie so oft während unseres Besuches, war auch hier der Slogan "no Photo - no Video" angebracht und Prospekte oder Kataloge der ausgestellten Exponate gab es auch nicht. All diese Erlebnisse und Eindrücke rund um 5A28 bleiben jedoch in jedem von uns für immer im Gedächtnis haften und wir werden sicherlich noch eine Weile von den Eindrücken und Erlebnissen dieses besonderen Funkurlaubes zehren.
5A28 - Fazit:
Jedem, der Libyen besuchen will, kann dies nur empfohlen werden. Dieses Land ist speziell für denjenigen eine Reise wert, der Individualtourist ist und etwas Besonderes erleben will. Dank der Hilfe und Organisation von Houssen und Hassan, unseren Managern vom "Zahrat El Ramal Travel and Tourism" Reisebüro, kam es zu keinerlei Zwischenfällen, wir wurden nach Möglichkeit bestens betreut und man war uns stets behilflich. Angesichts der Tatsache, daß in 5A sämtliche Beschilderungen etc. nur in arabisch verfaßt sind und man mit Englisch nicht sehr weit kommt, braucht man ohnehin einheimische Führer - man verläuft sich sonst pausenlos.
Natürlich gab es, so wie bei jeder DX-pedition, einige kleine unvorhersehbare Ereignisse (Murphy), die gehören aber scheinbar irgendwie dazu. Insgesamt betrachtet war 5A28 sicherlich ein Erfolg; die vielen positiven Kommentare, die bisher via Packet Radio oder Internet eingegangen sind, sprechen für sich.

5A28 - Danke!
Mein persönlicher Dank gilt all jenen, die mir und den anderen Teammitgliedern die Gelegenheit gaben, aus diesem Land aktiv zu werden. Dank an OE2GRP, ohne den 5A28 nicht zustande gekommen wäre, OE1AOA, der für das Sponsoring des Equipments durch die diversen Firmen gesorgt hat, dem "International ASSAKER-Club for correspondance and friendship" in Tripolis unter der Leitung von Dr. Abdel Kadir für die Einladung und die Möglichkeit, die Clubräume zu benützen. Besonderer Dank an das "Zahrat El Remal Travel and Tourism" Reisebüro in Sabrata unter der Leitung von Houssen Suof für die gute Organisation sowie an Hassan Suof für die Geduld mit den "crazy Austrian Hams". Großer Dank an den "Theuberger-Verlag" für die Bereitstellung der QSL-Karten, den OP´s Ali und Abu-Baker für ihre Freundschaft und Hilfe bei der Aktivität, DK3CU für die Hilfe im RTTY-Betrieb und DJ7IK für die Versorgung von Infos mittels Telefax und die gute Zusammenarbeit.
Und last but not least "special thanks" an alle Funkamateure weltweit, die 5A28 gearbeitet haben und so zum Erfolg beigetragen haben.
See you maybe from the next place!
Hannes Grünsteidl, OE3SGU für das Team von 5A28
QSO-Statistik von 5A28:
|
SSB |
CW |
RTTY |
TOTAL |
| 160M: |
1 |
35 |
- |
36 |
| 80M: |
163 |
234 |
- |
397 |
| 40M: |
715 |
648 |
- |
1363 |
| 30M: |
- |
644 |
- |
644 |
| 20M: |
2742 |
653 |
1057 |
4452 |
| 17M: |
1238 |
1074 |
- |
2312 |
| 15M: |
1016 |
720 |
182 |
1918 |
| 12M: |
1 |
91 |
- |
92 |
| 10M: |
49 |
79 |
- |
128 |
| 6M: |
55 |
- |
- |
55 |
| 2M: |
7 |
- |
- |
7 |
| total |
6034 |
4131 |
1239 |
11404 |
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